Wenig Unterstützung für pflegende Mitarbeiter/innen – Meine aktuelle Pressemitteilung

14 600 Unternehmen gibt es im Ennepe-Ruhr-Kreis – doch nur 28 davon beteiligen sich seit 2012 an der EN-Initiative „Arbeiten. Pflegen. Leben“, die die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege erleichtern soll. „Das ist leider noch eine sehr geringe Zahl“, resümieren Dr. Nadja Büteführ, SPD-Landtagskandidatin für Witten und Herdecke, und der örtliche direkt gewählte SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Kapschack.

„Dabei wird das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Pflege immer wichtiger. Einerseits gibt es immer mehr Pflegebedürftige – im EN-Kreis fast 11 000, die oft gerne zu Hause betreut werden möchten. Auf der anderen Seite möchten auch viele Menschen ihre Angehörigen pflegen, bekommen das aber nicht mit ihrem Beruf vereinbart, den sie verständlicherweise auch nicht aufgeben wollen“, beschreibt Ralf Kapschack.

„Hier spielen auch die Unternehmen eine wichtige Rolle. Es wäre wünschenswert, wenn sie sich intensiver auf ihre pflegenden Mitarbeiter einstellen und ihnen etwa Beratung, flexible Arbeitszeitmodelle oder Home-Office-Lösungen anbieten würden“, betont Nadja Büteführ. Hier setzt die Initiative „Arbeiten. Pflegen. Leben“ an, die unter anderem vom Land NRW gefördert wird: Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich freiwillig, ihre Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bestmöglich zu unterstützen.

Die SPD-Landtagskandidatin und der SPD-Bundestagsabgeordnete sind davon überzeugt, dass von der Selbstverpflichtung nicht nur die pflegenden Angehörigen, sondern auch die Betriebe profitieren würden: „Ein vertrauensvoller Umgang mit dem Thema Pflege und möglichst viel Freiheit für die Mitarbeiter kann die Motivation der Angestellten steigern und die Krankenquote senken. Außerdem sind Unternehmen, die sich das Thema Pflege auf die Fahnen schreiben, ein attraktiver Arbeitgeber für Fachkräfte.“

Auch der Bundestag hatte auf die Belastungen von pflegenden Angehörigen reagiert: „Mit den Pflegestärkungsgesetzen konnten wir etwa mehr Pflegeauszeiten, leichtere Freistellungen vom Beruf und den Anspruch auf eine individuelle Pflegeberatung durchsetzen“, betont Ralf Kapschack. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege habe auch praktische Folgen für das Leben im Alter: „Wer nur wenig in die Rentenkasse einzahlen kann, ist später eher von Altersarmut bedroht.“ Nadja Büteführ ergänzt: „Das betrifft vor allem Frauen: Von den pflegenden Angehörigen im EN-Kreis sind etwa zwei Drittel weiblich.“