Crengeldanz hält zusammen

Die Montage nutze ich, um in Witten und Herdecke unterwegs zu sein. Ich treffe mich mit ehrenamtlich aktiven Menschen, ich besuche Firmen, Einrichtungen und Vereine und tausche mich mit Initiativen aus – heute mit dem Eltern-Kind-Projekt Crengeldanz hält zusammen der AWO in Witten.

Ich komme gegen 12 Uhr an und so langsam füllen sich die Räume in der Sandstraße 12: Rund 20 Schülerinnen und Schüler der Crengeldanzschule, die nicht am offenen Ganztag an ihrer Schule teilnehmen (können), verbringen hier nach Schulschluss ihre Zeit. Ob Hilfe bei den Hausaufgaben, ein warmes Mittagessen oder die Möglichkeit, mit anderen Kindern zu spielen – für die Kinder ist das hier von Montag bis Freitag ihr Treffpunkt im Quartier.

Die große Resonanz auf das Projekt zeigt: Der Standort am Crengeldanz ist genau richtig. Nicht nur Kinder und Jugendliche finden hier seit rund einem Jahr eine Anlaufstelle, auch für Eltern oder Anwohnerinnen und Anwohner sind die Türen geöffnet, bestätigen mir Rolf Kappel, Fachbereichsleiter der AWO Ennepe-Ruhr und Sandra Moll, die Ansprechpartnerin vor Ort. Viele der Besucherinnen und Besucher benötigen Unterstützung bei der Beantragung von finanziellen Hilfen oder beim Kontakt mit Behörden, andere wiederum benötigen Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder. Bei all diesen Hürden des Alltags helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort weiter. Doch nicht nur das: Mütter und Väter mit Migrationshintergrund werden zu Sprachmittlern ausgebildet, um ihrerseits Besucherinnen und Besucher mit Migrations- oder Fluchthintergrund bei den ersten, wichtigen Schritten in ihrer neuen Heimat zu unterstützen. Auch in den Sommerferien waren die Türen am Crengeldanz geöffnet, denn nicht nur Sportangebote in Zusammenarbeit mit den benachbarten Sportvereinen sind ein fester Bestandteil des Programms, sondern auch Ausflüge. Ob der Trantenrother Hof oder die Bogestra: Viele interessante Einrichtungen im Lebensumfeld der Kinder werden besucht, damit sie ihr Witten besser kennenlernen – außerhalb des Crengeldanz.

Ich bin beeindruckt nach diesem Besuch und begeistert von dem Projekt sowie den Menschen, die sich (teilweise auch ehrenamtlich) vor Ort für die Menschen im Quartier einsetzen. Vielen Dank dafür!

Das Projekt wird derzeit noch im Rahmen des Programms „NRW hält zusammen … für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“ des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales NRW gefördert. Für mich ist es ein Paradebeispiel für gelungene Integrationsarbeit im Quartier. Wie bereits in der Presse berichtet wurde, läuft die Finanzierung am Ende des Jahres 2017 aus. Sofern sich keine Zwischenfinanzierung findet, bis die neue Landesregierung hoffentlich im Frühjahr 2018 eine Entscheidung über die weitere Förderung fällt, muss das Projekt zum Ende des Jahres 2017 eingestellt werden. Das gilt es zu verhindern! Zunächst ist hier also auf lokaler Ebene eine Lösung anzustreben.

Ich werde mich für die Fortführung des Projekts auf Landesebene einsetzen.