Integrationsagentur des DRK in Witten

Im Gespräch mit Carlotta Drees und Sebastian Schopp von der Integrationsagentur des DRK

Die Tage, an denen ich nicht in Düsseldorf bin, nutze ich, um in Herdecke und Witten unterwegs zu sein. Ich treffe mich mit ehrenamtlich aktiven Menschen, ich besuche Einrichtungen und Vereine und tausche mich mit Initiativen aus – diesmal mit Sebastian Schopp und Carlotta Drees von der Integrationsagentur des DRK in Witten.

„Rechtspopulismus und Rassismus – Befindet sich unsere Gesellschaft im Krisenmodus?“

An der Fachtagung der Integrationsagentur des DRK zu diesem Thema vor einigen Tagen konnte ich leider nicht teilnehmen, aber es geht mich etwas an: als Abgeordnete des Landtags NRW, dem seit Mai 2017 auch die AfD angehört und als Mitglied dieser Gesellschaft, die gerade in diesen Tagen zusammenstehen muss gegen Angriffe auf grundlegende Werte wie Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft. Ich habe mich umso mehr gefreut, dass der Organisator der Fachtagung und Leiter der Integrationsagentur des DRK in Witten, Sebastian Schopp, mich in meinem Wahlkreisbüro für einen Austausch besucht hat.

Seit 2013 trägt das Deutsche Rote Kreuz in Witten mit seiner Integrationsagentur genau dazu bei. Die Agentur fungiert dabei in erster Linie als Schnittstelle zwischen Menschen, die Beratungsangebote suchen und solchen Institutionen oder Diensten, die ebendiese anbieten, berichten mir Sebastian Schopp und Carlotta Drees vom DRK. Ausschlaggebend sei der Kontakt zu den Akteuren vor Ort: den Wohlfahrtsverbänden, sozialen Einrichtungen, Migrantenorganisationen oder Vereinen wie dem Help-Kiosk. Das DRK ist dabei ein gewichtiger Faktor in Witten, entsprechend umfassend sehen auch die Angebote der Integrationsagentur aus: Ein regelmäßiges „Mitbring-Frühstück für Frauen“, bei dem Frauen und Mädchen aus verschiedenen Ländern und Kulturen die Möglichkeit haben, sich auszutauschen gehört ebenso dazu wie Projekte an Grundschulen im Bereich der Gewaltprävention oder die Unterstützung verschiedener Einrichtungen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beim Umgang mit anderen Kulturen.

Menschen aus 113 Nationen leben in Witten, friedlich und als Nachbarn. Gerade in politisch unruhigen Zeiten, in denen gezielt Ängste vor allem Fremden geschürt werden, ist der gesellschaftliche Zusammenhalt besonders wichtig. Genau dort setzt auch die Arbeit der Integrationsagentur an, denn ihr Angebot richtet sich an alle Menschen, die sich einbringen möchten. Bürgerschaftliches Engagement und gegenseitiges aufeinander Zugehen sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine gelingende Integration. Nicht erst seit der Ankunft von Geflüchteten in Witten in 2015 und der großartigen Hilfsbereitschaft der Wittenerinnen und Wittener ist offensichtlich, dass Witten in diesem Bereich sehr gut aufgestellt ist.

Doch auch das hiesige Engagement für Integration kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ressentiments gegen Menschen mit Migrations- oder Fluchtbiografie wachsen. Die Integrationsagentur sieht sich auch in der Verantwortung, dem gegenzusteuern. Fachtagungen wie die oben angesprochene tragen dazu bei, Entwicklungen aufzudecken, sich auszutauschen und Strategien zu entwickeln. Entscheidend ist jedoch die Arbeit mit den Menschen, wie Sebastian Schopp unterstreicht. Die Integrationsagentur plant für die Zukunft weitere Projekte, auf die ich sehr gespannt bin und die ich gerne mitverfolge. Viel Erfolg!

 

Das (ehemalige) Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW fördert seit 2007 Integrationsagenturen, die von Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege getragen werden. In Witten übernimmt diese Aufgabe seit April 2013 das DRK. Die Integrationsagenturen richten sich vor allem, aber nicht ausschließlich, an Menschen mit Migrationsbiografie und fungieren dabei als Vermittlungsstellen für Einrichtungen und Hilfsangebote.