Besuch beim Nachbarschaftsnetzwerk Ende

Die Tage, an denen ich nicht in Düsseldorf bin, nutze ich, um in Herdecke und Witten unterwegs zu sein. Ich treffe mich mit ehrenamtlich aktiven Menschen, ich besuche Einrichtungen und Vereine und tausche mich mit Initiativen aus – diesmal mit dem Nachbarschaftsnetzwerk Ende.

Gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Ralf Kapschack habe ich gleich zu Beginn des neuen Jahres das Nachbarschaftsnetzwerk in Ende besucht, das durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird. Projektträger ist der VCS Herdecke.

Engagierte Menschen aus Herdecke und Ende haben im Laufe der Zeit ein breites und regelmäßiges Angebot an Aktivitäten auf die Beine gestellt: Ausflugsgruppen, ein Sprachcafé, Sportkurse, Alltagsbegleitung für geflüchtete Menschen und Stammtische sind nur ein Teil dieses vielfältigen Netzwerks.

Besonders interessant und auch bewegend war für Ralf und mich jedoch das Gespräch mit den Ender Nachbarinnen und Nachbarn. Viele von ihnen sind aus Syrien nach Deutschland geflohen und bauen sich hier bei uns eine neue Existenz auf – kein leichtes Unterfangen.

Neben dem Erlernen einer neuen Sprache, dem Einleben in einer neuen Stadt und dem Knüpfen von Kontakten und Freundschaften gibt es auch viele Hürden zu nehmen: Probleme bei der Suche und Vermittlung von Arbeit, eine zu geringe Anzahl von Plätzen in Sprach- und Integrationskursen und auch die Diskussionen um den Familiennachzug. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wären all diese Herausforderungen sicher nicht zu stemmen – eine Tatsache, die sich in ganz Deutschland beobachten lässt. Doch auch sie brauchen Unterstützung bei ihrer Arbeit. Die engagierten Herdecker Bürgerinnen und Bürger um die Projektleitenden Christine Sendes und Andreas Disselnkötter wünschen sich vor allem einen festen Treffpunkt und eine Koordinierungsstelle, an die sie sich bei Fragen und Problemen wenden können.

Doch es ist nicht nur der Alltag in Deutschland, der unsere neuen Nachbarn in Herdecke beschäftigt, auch die Auseinandersetzung mit unserem politischen System ist für sie interessant. So berichteten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass es in ihrer durch den Bürgerkrieg schwer erschütterten Heimat keine so große Parteienvielfalt wie hier bei uns in Deutschland gab und dass ein direkter Austausch mit Mandatsträgerinnen und -trägern undenkbar war. Gerade letzteres ist für mich nur schwer vorstellbar, denn Gespräche mit meinen Mitmenschen sind unverzichtbar, wenn ich als Landtagsabgeordnete Politik für sie machen möchte.

Ralf und ich sind sehr dankbar für die Einladung des Nachbarschaftsnetzwerks. Zwar können wir nicht alle Probleme sofort und alleine lösen, aber wir können und wollen dort unterstützen, wo es möglich ist.

Das Nachbarschaftsnetzwerk plant einige neue Projekte in diesem Jahr, auf die ich mich schon sehr freue.