NRW braucht eine Offensive für studentisches Wohnen

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat in seinem kürzlich veröffentlichten Studentenwohnpreisindex starke Mietpreisanstiege für studentisches Wohnen in Nordrhein-Westfalen ermittelt. Die vorgestellten Zahlen sind ein Weckruf für die schwarz-gelbe Landesregierung. Sie muss sich endlich für die Belange der Studierenden einsetzen, statt ideologische Scheindebatten um die Wiedereinführung von Studiengebühren zu führen. Die angespannte Wohnungsmarklage und steigende Wohnkosten stellen nicht nur finanziell eine immer größere Belastung für die Studierenden in NRW dar.

NRW braucht deshalb eine Offensive für studentisches Wohnen. Der von der Landesregierung vorgelegte Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 macht nur wenig Hoffnung: Die Zuschüsse für die Studierendenwerke, die bezahlbaren Wohnraum für Studenten anbieten, werden wie schon im letzten Landeshaushalt nicht erhöht – und damit de facto gesenkt. Die 12 Studierendenwerke in NRW warten aber nicht nur auf einer Erhöhung ihrer Grundfinanzierung, sondern auch auf konkrete Zusagen für Neubau- und Sanierungsmaßnahmen. Aktuell werden allein 350 Millionen zur Sanierung öffentlicher Wohnheimanlagen benötigt. Die Studierendenwerke hatten bereits mehrfach davor gewarnt, dass durch fehlende Sanierungsmittel Wohnheimplätze vom Markt genommen werden könnten.  Mit Blick auf die steigenden Studierendenzahlen haben die Studentenwerke zudem Pläne zum Neubau von studentischem Wohnraum in Höhe von insgesamt 220 Millionen Euro vorgelegt. Auch diese Forderung unterstützt die SPD-Landtagsfraktion NRW.

Die Durchschnittsmiete für eine Wohnung im öffentlichen Studentenwohnheim liegt bei etwa 250 Euro inklusive Nebenkosten. Studentenwohnheime in privater Trägerschaft sind wesentlich teurer und nicht ausreichend, um die studentische Wohnungsnachfrage decken zu können. Deshalb schlägt die SPD-Fraktion – nach Vorbild von ,Gute Schule 2020‘ – die Einrichtung eines Sonderprogramms für studentisches Wohnen vor.