AUF EIN WORT AM SAMSTAG

Sorry, aber das treibt mich momentan wirklich um: Unser Lokalfunk ist wichtig, gerade jetzt, in unsicheren Zeiten. Die Redaktionen vor Ort versorgen uns mit aktuellen Informationen über das Geschehen in unserer Region. In den letzten Monaten haben sie über die Entwicklung der Corona-Pandemie berichtet und wichtige Aufklärungsarbeit geleistet. Mir ist das in dieser Woche noch einmal so richtig bewusst geworden, als ich selbst mehrere Tage in Quarantäne auf mein (glücklicherweise negatives) Testergebnis warten musste.
Leider steht der Lokalfunk in NRW aktuell unter immensem Druck. Nicht nur, dass in diesem Jahr Werbeeinnahmen weggebrochen sind, viele Sender sehen sich im kommenden Jahr mit massiven Einsparungen, vor allem bei den freien Mitarbeiter*innen, konfrontiert. Lokalredaktionen, wie hier im EN-Kreis, sind in ihrer Existenz bedroht oder versuchen, sich mit Übergangslösungen, Stiftungs- und Genossenschaftsmodellen als Alternative zu den Betriebsgesellschaften über Wasser zu halten.

Beim Radioworkshop der SPD-Landtagsfraktion in dieser Woche ist es uns gelungen, rund 50 Vertreter*innen aus der Lokalfunkszene in NRW an den „digitalen Tisch“ zu bekommen. Das Meinungsbild war eindeutig: Der Lokalfunk ist unerlässlich für die Medienvielfalt in diesem Land und muss geschützt werden. Aber: Ohne Hilfe des Landes geht es nicht. Der sogenannte Solidarpakt der Landesregierung und der Landesanstalt für Medien reicht da nicht aus, auch weitere kurzfristige finanzielle (Bundes-!) Hilfen im Zuge der Corona-Pandemie sind nicht geeignet, den hiesigen Lokalfunk dauerhaft zu stärken.
Im Gegenteil: Corona dient in vielen Fällen sogar als (willkommene?) Entschuldigung für Rationalisierungsmaßnahmen und Einsparungen – leider in vielen Branchen.
Es braucht eine Strategie und innovative Konzepte zur Weiterentwicklung des Lokalfunks. Vor allem aber braucht es die Einbeziehung der Medienschaffenden selbst. Bei Medienminister Armin Laschet lässt sich aktuell jedoch kein Interesse an diesem Thema beobachten… Nun denn, vielleicht braucht es auch einfach nur den oder die richtige*n Influencer*in. 😊